Praxisinformationen Psychomotorische Ganzheitstherapie (PMG)

                         

Dr. med. Christel Kannegießer-Leitner

Ludwig-Wilhelm-Str. 6/2

76437 Rastatt

Tel. : 07222 21176               

Fax: 07222 68706

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Praxisinformation

In meiner Praxis erstelle ich Therapieprogramme nicht nur für behinderte Kinder, sondern auch für Kinder, die lediglich minimale Teilleistungsstörungen aufweisen, und auch für Erwachsene. Da alle diese Patienten entsprechend ihrer jeweiligen Entwicklung und entsprechend ihrer speziellen Beeinträchtigung ganz individuelle Förderung benötigen, ziehe ich es vor, mich nicht auf eine einzige Schule festzulegen, sondern erstelle meine Therapieprogramme unter Einbeziehung der unterschiedlichsten Methoden, die zur Zeit auf diesem Gebiet eingesetzt werden. Hauptsächlich enthalten meine Therapieprogramme Übungen nach BOBATH, AYRES, SCHMID-GIOVANNINI, CASTILLO-MORALES, KIPHARD, FRÖHLICH, AFFOLTER, PADOVAN und WARNKE.

Die Übungen aus diesen Methoden werden nach genauer und ausführlicher Anleitung mit dem Patienten von seiner Familie daheim durchgeführt. Die Untersuchung des Patienten und die Anleitung der Familie ist so organisiert, dass häufige Besuche in meiner Praxis nicht erforderlich sind.

Demnach ist das Entscheidende, dass es sich bei der Psychomotorischen Ganzheitstherapie um sogenannte Heimprogramme handelt und die Therapie auf der Plastizität des Gehirns aufbaut.

Weitere Informationen, was die theoretischen Hintergründe (z.B. in bezug auf die Plastizität des Gehirns, auf die Bedeutung von Kreuzmusterbewegungen für die gesamte Entwicklung) oder Einzelfallbeschreibungen anbelangt, können Sie folgenden von mir verfassten Fachbüchern entnehmen: „Ihr könnt mir wirklich helfen - Psychomotorische Ganzheitstherapie“ aus dem Pflaum-Verlag, München, ISBN-Nr. 3-7905-0763-6 sowieDas ADS-Schnellprogramm für zu Hause – Erfolg mit der Psychomotorischen Ganzheitstherapie“ als Ravensburger Elternratgeber aus dem Urania Verlag, ISBN-Nr. 3-332-01304-1.

Der Ablauf in meiner Praxis sieht nun folgendermaßen aus:

Der 1. Vorstellungstermin setzt sich aus 2 Bestandteilen zusammen: Zum einen einer Elternschulung und zum anderen der Vorstellung des Kindes in meiner Praxis.

Bei Kindern mit minimalen Teilleistungsstörungen bzw. einer umschriebenen Entwicklungsstörung bringt die Elternschulung den Vorteil, dass die Eltern bereits vor dem Besuch in meiner Praxis in die Psychomotorische Ganzheitstherapie und auch in die wichtigsten theoretischen Grundlagen eingearbeitet sind. Dieser sogenannte Workshop bezieht sich speziell auf die Psychomotorische Ganzheitstherapie bei Kindern mit ADS, LRS oder auch Rechenschwäche. Er ist so aufgebaut, dass gezielt praktische Übungen mit den Eltern eingearbeitet werden, so dass zumindest ein Teil der Übungen vor dem 1. Besuch in der Praxis angewandt werden kann. Dies ist auch im Hinblick auf die relativ lange Wartezeit von großem Vorteil.

Bei Kindern mit tiefergehenden Störungen, z.B. einer spastischen Cerebralparese, findet das Einführungsseminar über die Psychomotorische Ganzheitstherapie einen Tag vor dem 1. Vorstellungstermin statt. Das Seminar beinhaltet unter anderem: Die altersentsprechende Entwicklung eines Kindes, die normale Funktionsweise (kurz zusammengefasst) des Gehirns, Schädigungsmöglichkeiten des Gehirns, Vorstellung von Einzelübungen aus den verschiedenen Therapieformen, die Bestandteile der Psychomotorischen Ganzheitstherapie sind (für Kinder mit einer Cerebralparese oder auch anderer Arten von psychomotorischen Entwicklungsstörungen). Dies hat den Vorteil, dass die Familien mit einem schwerbehinderten Kind den manchmal doch recht weiten Weg zum nur einmal fahren müssen und trotzdem am Seminar teilnehmen können.

Der jeweilige Patient wird am Ersttermin gründlich von mir untersucht. Hierbei werde ich unterstützt von zwei Kolleginnen, Frau Dr. Elster und Frau Dr. Oehler.Dabei geht es darum, zu sehen, in welchen Bereichen die Funktionen regelrecht sind und welche Funktionen eingeschränkt sind. Daran anschließend erarbeite ich das Therapieprogramm, spreche es mit der Familie durch und weise die Familie in die einzelnen Übungen ein. Es ist sehr wichtig, dass die Familie, die daheim das jeweilige Therapieprogramm durchführen soll, dessen Inhalt und Umfang akzeptiert. Ein ausführlicher Befundbericht mit Therapieplan schließt den Vorstellungstermin ab.

Die tägliche Dauer der Therapie richtet sich nach den jeweiligen Funktionseinschränkungen und den Möglichkeiten der Familie.Fest steht: Ohne eine gewisse Intensität und auch Konsequenz in der Durchführung des Therapieprogramms geht es nicht. Kinder mit minimalen Teilleistungsstörungen - Lese-Rechtschreib-Schwäche oder Dyskalkulie – oder auch einem Aufmerksamkeits-Defizit-Syndrom erhalten meistens ein Programm für 20 – 30 Minuten pro Tag. Bei schwerbehinderten Kindern ist die Therapieintensität selbstredend deutlich höher.

Üblicherweise ist ein Vorstellungstermin in meiner Praxis 2 (bis 3 ) mal pro Jahr erforderlich.Selbstverständlich können in den zeitlichen Zwischenräumen aufkommende Fragen auch telefonisch geklärt werden.

Zusätzlich habe ich die Möglichkeit, mit einer Logopädin aus Rastatt zusammenzuarbeiten. Nach Absprache kommt sie zu dem jeweiligen Vorstellungstermin in meine Praxis, so dass sie hier den Patienten auf seine sprachliche Entwicklung hin untersuchen kann. Entsprechend dieser Untersuchung kann daran anschließend das gesamte Therapieprogramm erstellt werden. Die Kosten für diese logopädische Untersuchung und Beratung werden von den Krankenkassen übernommen.

Sollte es erforderlich sein, neurologische, orthopädische und augenärztliche Fragen oder auch Fragen aus dem Hals-Nasen-Ohren-Gebiet weiter abklären zu lassen, arbeite ich mit den entsprechenden Rastatter Kollegen zusammen, so dass diese eine Konsiliaruntersuchung durchführen. Auch deren Kosten werden von den Krankenkassen übernommen.

Ein Vorstellungstermin in meiner Praxis dauert erfahrungsgemäß zwischen 2,5 Stunden (Patienten mit minimalen Teilleistungsstörungen) und 4 Stunden (schwerstmehrfachbehinderte Patienten). Ob Ihre zuständige Krankenkasse hierfür die Kostenerstattung übernimmt, müssen Sie selbst klären. Ein gesondertes Informationsschreiben für die Krankenkasse wird Ihnen von mir bei Bedarf zur Verfügung gestellt. Dies ist am sinnvollsten nach dem zweiten oder dritten Termin, da man dann erst die erreichten Erfolge beurteilen kann.

Rastatt, im März 2008